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17.12.2016 - 17:00h - FFW Hettenhain

Jahresabschlussübung der Hettenhainer Feuerwehr

Bei der letzten planmäßigen Übung für 2016, trainierten die Hettenhainer Einsatzkräfte die Personenrettung in einer stark verrauchten Wohnung.


"Als ich vom Einkaufen kam und die Haustür öffnete, kam mir Rauch entgegen. Mein Freund ist noch irgendwo im Haus." meldete der Anwohner als der Gruppenführer ihn auf der Straße nach dem Geschehen befragte. Für die Einsatzkräfte eine angespannte Situation, denn wenn Menschen Brandrauch ausgesetzt sind, zählt jede Sekunde. So beginnt das Einsatzszenario für die diesjährige Alarmübung der Hettenhainer Stadtteil Wehr.


Nach einer kurzen Erkundung ist klar, dass der Keller des Wohnhauses in der Schwalbacher Straße brennt. In einer Wohnung im ersten Stockwerk wird die vermisste Person vermutet. Schnell lässt der Einheitsführer den Angriffstrupp mit Atemschutz ausrüsten und mit Wasser am Strahlrohr in die Wohnung vorrücken, um die Person zu finden. Von der Straße sind die Rauchmelder aus der Wohnung zu hören. Doch nachdem der Angriffstrupp meldet, dass in der Wohnung keine Person zu finden ist, folgt eine Schrecksekunde, denn die Person muss sich im komplett verrauchten Keller befinden.


Während ein zweiter Trupp im Treppenhaus für eine Abluftöffnung sorgt, wird die Suche im Keller fortgesetzt, in dem sich die Orientierung durch den dichten Rauch als extrem Schwierig gestaltet. Zugute kommt dem Trupp allerding ein neuer Ausrüstungsgegenstand, der seit kurzem auf allen Bad Schwalbacher MLFs verladen ist: Eine Wärmebildkamera. Diese erfasst nicht das sichtbare Licht, sondern die Wärmesignatur der Umgebung in Form von Infrarot Strahlung. Diese kann durch die Kamera wahrgenommen werden, ohne dass die Sicht durch den Rauch blockiert wird. Nach kurzer Suche finden die Feuerwehrmänner die Person, die sich in einen Raum zurückgezogen hat, der bisher nahezu unverraucht war. Der zweite Trupp hat in der Zwischenzeit das Feuer entdeckt und die Brandbekämpfung eingeleitet. Die Übung endete nachdem die Person gerettet und auf der Trage abgelegt wurde, die bereits von den Kräften außerhalb vorbereitet wurde.


Realitätsnahe Einsatzübungen mit richtiger Verrauchung sind für die Einsatzkräfte aus folgenden Gründen besonders wichtig: Die Feuerwehrmänner und Frauen im Innenangriff können die Orientierung unter Nullsicht und korrekte Suchtechniken üben. Ebenso der Umgang mit dem gefüllten, unter Druck stehenden Schlauch. Für den Einheitsführer stellt sich eine Stresssituation dar, in der es gilt die richtigen Entscheidungen zu treffen und die richtige Einsatztaktik für den Einsatzerfolg auszuwählen. Es gilt Menschen schnell zu retten und den Schaden für den Eigentümer so klein wie möglich zu halten. Hierzu zählt nicht nur die Brandstelle selbst, sondern auch Wasserschäden und Schäden durch den giftigen Brandrauch. Die Übung endete wie immer mit einer Manöverkritik des Übungsleiters und einer Selbstkritik durch die Einsatzkräfte. Um aus den aufgefallenen Problemen zu lernen, werden anschließend gemeinsam bessere Lösungswege besprochen.


Die Jahresabschlussübung, und somit der Übungsbetrieb für 2016, endete nach etwa 2 Stunden Einsatzzeit und einem anschließenden gemütlichen Beisammensein. Die Feuerwehr Hettenhain wünscht allen eine besinnliche Weihnacht und einen guten Start ins Jahr 2017.


Wir bedanken uns bei Alexander Heilhecker für die professionellen Fotografien dieser Übung.